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Welches Auto braucht die Wehr

Welche Autos braucht die Wehr?

Gemeinderat Tannhausen diskutiert Beschaffungsantrag der Feuerwehr: Löschfahrzeug oder nur Gerätewagen?

Der Tannhäuser Gemeinderat diskutierte in seiner jüngsten Sitzung einen Antrag der Feuerwehr. Diese wünscht sich ein zweites Löschfahrzeug, der Kreisbrandmeister empfiehlt einen Gerätewagen „Logistik“. Zwar sollen in der mittelfristigen Finanzplanung Gelder eingestellt werden. Die Entscheidung, welches Fahrzeug beschafft wird, steht aber noch aus.

FRANZ RATHGEB

Tannhausen. Die Tannhäuser Feuerwehr verfügt über ein zehn Jahre altes, wasserführendes Löschfahrzeug und einen erst 17 Monate alten Mannschaftstransportwagen. Ferner ist derzeit noch das alte Löschfahrzeug, Baujahr 1979, im Einsatz. Bei der Beschaffung des damals neuen Löschfahrzeuges hieß es, dass das Altfahrzeug nicht gewinnbringend veräußert werden könne. Deshalb wurde es der Wehr als Zweitfahrzeug überlassen. Mit der Vorgabe, dass es ersatzlos wegfällt, sobald es keine TÜV-Abnahme mehr erhält. Der Straßen-TÜV des Altfahrzeuges läuft in zwei Jahren ab. Inzwischen habe sich jedoch die Gesetzeslage geändert, erklärte Bürgermeister Manfred Haase. Diese mache eine Ersatzbeschaffung unumgänglich. Die Feuerwehr habe beantragt, dass 2015 ein so genanntes Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF-W) beschafft werden soll.
Kommandant Oliver Schneider und Jürgen Gaiser stellten dem Gemeinderat die Sicht der Wehr vor. Wie Gaiser sagte, favorisiere die Wehr ein Tragkraftspritzenfahrzeug. Deshalb verzichtete er auf den alternativ im Raum stehenden und bei der Klausurtagung vorgestellten Gerätewagen „Logistik“. Gaiser erklärte welches Personal und welche Fahrzeuge der Wehr aktuell zur Verfügung stehen und stellte dieser Auflistung die Situation gegenüber, die in zwei Jahren vorherrsche. Ein zweites wasserführendes Löschfahrzeug hält er für die einzige und optimale Lösung.
Ein TSF-W sei für die Gemeinde und die Wehr sinnvoller, pflichtete ihm Schneider bei. Zudem gebe es für dieses Fahrzeug mit 30 000 Euro einen doppelt so hohen Zuschuss. Der Gerätewagen werde nur mit 15 000 Euro bezuschusst. Die Beladung will Schneider aus dem Altfahrzeug übernehmen und somit 50 000 Euro einsparen. Dadurch sei das TSF-W unterm Strich günstiger. Die Kosten bezifferte er auf rund 90 000 Euro, die Gemeinde müsse davon 60 000 Euro aufbringen.
Gemeinderat Gerhard Körner vermisste in dem Vortrag, dass keine Alternativen aufgezeigt wurden. Schließlich handele es sich um einen „relativ großen Brocken“, den die Gemeinde finanzieren müsse. Der Kreisbrandmeister sehe grundsätzlich die Notwendigkeit eines zusätzlichen Fahrzeuges, empfehle jedoch den Kauf eines Gerätewagens „Logistik“, erklärte Haase. Auch Bettina Kohnle hinterfragte die Rechtslage. Johannes Mulzet fragte sich, ob denn die nachrückenden Kräfte nicht aus einer Nachbargemeinde kommen könnten. Dies verneinte Schneider. Die im Rahmen der kommunenübergreifenden Vereinbarung zugesicherte Unterstützung sei nur tagsüber möglich und ziele auf die mangelnde Tagesverfügbarkeit von Einsatzkräften im Ort ab.
Trotz offener Fragen stimmte das Gremium zu, dass die erforderlichen Mittel in die Finanzplanung aufgenommen werden. Welches Fahrzeug beschafft wird, soll erst später beschlossen werden. Dazu werde dann der Kreisbrandmeister geladen, kündigte Haase an.

© Schwäbische Post 26.10.2013


Samstag, 18. November 2017